Über Trofaiach

Trofaiach ist eine  Stadt in der Obersteiermark im Bezirk Leoben. Mit 1. Jänner 2013 erfolgte eine Vereinigung der 3 Gemeinden Gai,  Hafning bei Trofaiach und Trofaiach. Die neue Gemeinde hatte am 31. Jänner 2015  12.144 Einwohner.

Lage
Trofaiach liegt im Vordernbergertal, etwa zehn Kilometer nördlich der Bezirkshauptstadt Leoben, an der österreichischen Eisenstraße.

Trofaiach hat eine Fläche von 143 km² und nimmt einen großen Teil des am Südrand der Eisenerzer Alpen gelegenen Trofaiacher Beckens ein. Ein beträchtlicher Bereich des Gemeindegebietes besteht aus Wald und Bergland über der Waldgrenze. Die Gemeindegrenzen reichen bis zu den Gipfeln, Graten und Übergängen der umliegenden Berge, wie z. B. Hochturm (Trenchtling) (2081 m), Lamingegg, Lamingsattel, Leobner Mauer, Klammkogel, Barbarakreuz, Fahnenköpfl, Grüblzinken, Rottörl, Eisenerzer Reichenstein (2165 m), Reichhals, Große Scharte, Hohe Lins (2028 m), Stadelstein, Wildfeld, Gösseck (Reiting - 2214 m).

Das alte Ortszentrum von Trofaiach liegt am Vordernbergerbach, der im Mittelalter Leuben genannt wurde. In Trofaiach münden vier Bäche in den Vordernbergerbach. Die vier Seitentäler Krumpen, Rötz, Trofaiacher Gößgraben und Laintal gehören zum Gemeindegebiet. Von Trofaiach nach Westen führt die Bundesstraße 115B ins westlich gelegene Liesingtal und zum Anschluss an die vom Ortszentrum sieben Kilometer entfernte Pyhrn Autobahn.

Vom Ortsteil Edling kann man auch über die sogenannte Russenstraße nach Sankt Peter-Freienstein und weiter in die Bezirkshauptstadt Leoben gelangen. Der Name entstand deshalb, weil diese Straße während des Ersten Weltkriegs 1915 von russischen Kriegsgefangenen errichtet wurde. Vorher bestand nur eine einfache Wegverbindung.

Seehöhe
Die Seehöhe von Trofaiach wird mit 660 m. ü. A. angegeben. Dies entspricht der Lage der Pfarrkirche. Der geografisch niedrigste Punkt der Stadt liegt in der Gmeingrube mit 645 m, der höchste Punkt auf dem Gösseck mit 2214 m.

Gemeindegliederung
Das Stadtgebiet gliedert sich in zehn Katastralgemeinden: 60362 Trofaiach, 60311 Hafning, 60323 Krumpen, 60324 Laintal, 60349 Rötz, 60361 Treffning, 60306 Gai, 60307 Gimplach, 60353 Schardorf und 60309 Gößgraben-Freienstein. Der Beiname „Freienstein" dient dazu, den Gößgraben von anderen gleichnamigen Katastralgemeinden zu unterscheiden und ist ein Relikt aus der Zeit vor der Aufhebung der Grundherrschaft um 1850, in welcher der Gößgraben eine der 13 Steuergemeinden des Steuerbezirks Freienstein war. Dieser Zusatz wird nur beim Grundbuch verwendet und nicht im allgemeinen Sprachgebrauch.

Ortschaften
Edling, Gai, Gausendorf, Gimplach, Gößgraben, Hafning, Krumpen, Kurzheim, Laintal, Oberdorf, Putzenberg, Rötz, Schardorf, Töllach, Trattning, Treffning, Trofaiach, Untergimplach, Unterkurzheim, Windischbühel.

Nachbargemeinden
Trofaiach grenzt an neun andere Gemeinden, davon gehören acht zum politischen Bezirk Leoben, und zwar Eisenerz, Vordernberg, Proleb, Leoben, Sankt Peter-Freienstein, Kammern im Liesingtal, Mautern in Steiermark und Kalwang und eine zum Bezirk Bruck-Mürzzuschlag, das ist Tragöß - Sankt Katharein an der Laming.

Geschichte
Die Geschichte von Trofaiach reicht bis ins erste Jahrtausend vor Christus zurück. Damals war es der Abbau von Kupfer, der viele ins Trofaiacher Becken zog. Später, im ersten Jahrtausend nach Christus begann man, am Erzberg Eisenerz abzubauen und Trofaiach entwickelte sich bald zum Zentrum der Eisenverarbeitung und des Handels. Im Heimatmuseum von Trofaiach bezeugen Funde das rege Treiben in der damaligen Zeit. Bald aber wurde der Handel nach Leoben verlegt, wodurch Trofaiach stark mit Abwanderung zu kämpfen hatte. Das heutige Zentrum entwickelte sich im 11. Jahrhundert um zwei bereits bestehende Kirchen, der Dreifaltigkeits- und der Rupertikirche und machte Trofaiach zum kirchlichen Mittelpunkt der Region. Seit 1998 besteht zwischen Trofaiach und Clonmel, Irland, eine Städtepartnerschaft – ein Jahr später, 1999, wurde eine weitere Städtepartnerschaft mit Kamnik, Slowenien, urkundlich besiegelt.

Bauwerke
Pfarrkirche zum Heiligen Rupert: 1195 erstmals urkundlich erwähnt. Man vermutet, dass die Kirche schon über 200 Jahre früher entstanden ist, da das Erzbistum Salzburg bereits 925 das Gut „Liubina" erworben hat, in dessen damaligem Bereich die Kirche liegt. Die Kirche ist im Kern romanisch, 1462 wurde sie gotisiert. Bis nach Mitte des 15. Jahrhunderts war die Kirche dem Stift Admont inkorporiert. 1704 wurde der mächtige Turm um ein Stockwerk aufgestockt. Bei Renovierungsarbeiten wurden Fresken vom Anfang des 15. Jahrhunderts freigelegt.Filialkirche Hl. Dreifaltigkeit: Ebenfalls seit 1195 (als Salvatorkirche) belegt. Dabei handelt es sich ursprünglich um eine Gründung des Benediktinerinnenklosters Traunkirchen. Der bestehende spätgotische Bau stammt vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Da die Kirche nicht mehr für liturgische Zwecke benötigt wurde und es der Diözese nicht mehr möglich ist, alle Gebäude zu erhalten, wurde sie 2008 mittels Schenkungsvertrag an die Gemeinnützige Österreichische Baukultur-Privatstiftung, Graz, übergeben, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, nach dem Vorbild des englischen National Trust, wertvolle historische Gebäude zu erhalten und zu pflegen.Schloss Mell: Schloss auf einer Hochterrasse oberhalb des Ortskerns. Besitzbestätigung vom 2. Mai 1230 für das Stift Göss. Ständig wechselnde Besitzer. Umbau 1872 durch das Radgewerkenehepaar Heinrich und Karoline Mitsch. Schöner schmiedeeisener Brunnen.Schloss Stibichhofen: Das Schloss steht neben der Dreifaltigkeitskirche. Ursprünglich spätgotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert, im 17. Jahrhundert umgebaut. Das Grundstück, auf dem sich das Schloss befindet, gehörte einst dem Frauenstift Traunkirchen. Dieses dürfte hier einen Eisen-Schmelzofen und ein Hammerwerk betrieben haben. Von 1862 bis 1953 war die Familie Rebenburg Besitzer von Schloss Stibichhofen. Seit 1953 ist die Evangelische Pfarrgemeinde AB Trofaiach Eigentümer, deren Schlosskirche und Jugendheim im Schloss untergebracht sind. Im Erdgeschoß bestehen die Ausstellungsräume des Stadtmuseums.Glögglhof: Der früher zu Hafning gehörende Glögglhof kam 1939 samt den dazugehörenden großen Grundflächen zu Trofaiach. Der ursprünglich große Besitz wurde aufgeteilt und verkauft. Auf den Wiesen des Glögglhofs wurde von 1939 bis 1944 die Hermann-Göring-Siedlung, die später Gladensiedlung genannt wurde, errichtet. Das seinerzeitige Hauptgebäude des Glögglhofes war lange in einem sehr vernachlässigten Zustand. Es wurde im Jänner 2012 wegen Baufälligkeit abgerissen. Merkwürdigerweise war der Glögglhof nie unter Denkmalschutz gestellt worden. Er hatte eine interessante Besitzergeschichte. Im 17. Jahrhundert war die Vordernberger Radmeisterfamilie Stampfer Eigentümer. Im Tagebuch der Maria Elisabeth Stampfer (Hausbüchl der Stampferin) wird der Hof mehrmals erwähnt. Am 1. April 1822 kam er gemeinsam mit dem Vordernberger Radwerk II in den Besitz von Erzherzog Johann und blieb bis 1873 Eigentum von Franz Graf von Meran. Im Jahre 1889 ließ der damalige Eigentümer Baron Stocklasa inmitten des Parkareals eine Villa errichten, die noch besteht.Stockschloss, auch Schloss Oberdorf, liegt im Ortsteil Oberdorf im Trofaiacher Gössgraben. Es ist ein dreigeschossiger Doppelgiebelbau im Renaissancestil mit Schopfwalmdach und einem viergeschossigen rechteckigen Turm. Um 1185 gehörte das Schloss dem Stift Admont. In den folgenden Jahrhunderten hatte es ständig wechselnde Besitzer, darunter unter anderem den Leobner Bürger Hans Tessalon (1629), das Klarissinnenkloster Judenburg (1679), Carl Maria Graf Breuner (1791), Hans Thunhart (1912), Franz Mayr-Melnhof (1952). Nach 1945 diente das Schloss als Erholungsheim und später war eine Haushaltungsschule St. Martin untergebracht, die 2012 geschlossen wurde.

Sonstige Sehenswürdigkeiten
Das Naturschutzgebiet um den Eisenerzer Reichenstein mit dem Aufstieg von der Hirnalm zum Krumpensee, vorbei am Krumpenwasserfall.Zeugnis römischer Besiedlung: Am 23. September 1977 wurde in Laintal bei Grabarbeiten auf einem Grundstück des Bauern Judmaier vulgo Ott eine aus der Römerzeit stammende marmorne Bekrönung eines Grabdenkmals entdeckt. Dieser bisher bedeutendste römerzeitliche Fund im Trofaiacher Raum kann im Stadtmuseum Trofaiach besichtigt werden.Waldlehrpfad: Im Prevenhueberwald der Leobner Realgemeinschaft wurde 2011 ein Waldlehrpfad errichtet, der von dem hinter dem Gehöft Schloßbauer abzweigenden Forststraße erreicht werden kann.

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